Jenaer Schultheatertage 2026: Unruhe als Impuls

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Wenn sich Ende März an vier Tagen der Vorhang im Theaterhaus Jena hebt, weht ein anderer Geist als üblich durch die Ränge. Die Schultheatertage Jena stehen an – ein Ereignis, das ein besonderes Überthema im Gepäck hat, welches aktueller kaum sein könnte: Unruhe!

Insgesamt 16 Aufführungen aus einem breit gefächerten Teilnehmerfeld – von Grundschulen über Gymnasien bis hin zu Freizeiteinrichtungen wie dem Jugend- und Begegnungszentrum Polaris oder der Musik- und Kunstschule – werden an den vier Tagen zu sehen sein. Was genau die verschiedenen Gruppen vorhaben, ist aktuell noch ein Geheimnis. „Wir können das gar nicht so genau sagen und lassen uns am Ende auch immer wieder überraschen, was die Kinder und Jugendlichen auf die Bühne zaubern“, sagt Kerstin Lenhart von der Jugendabteilung des Theaterhauses. „Schön ist aber schon vorneweg, dass es auch in diesem Jahr wieder mehr Bewerbungen als freie Plätze gegeben hat. Das zeigt uns, wie wichtig und interessant Theater für junge Leute sein kann.“

Vorab erhalten die Gruppen klare Regeln – etwa für den Zeitrahmen: Während Grundschulgruppen maximal 30 Minuten Spielzeit haben, dürfen ältere Jugendliche bis zu 40 Minuten die Bühne erobern. Um die Qualität der Stücke zu unterstützen, nutzt etwa die Hälfte das Angebot einer professionellen Mentorenschaft.

Grafik: Benjamin und Ella von der MKS / Theaterhaus Jena

Zudem erhalten die Gruppen neben dem übergeordneten Motto „Unruhe“ eine zusätzliche Thematik, die alle Inszenierungen wie eine Klammer zusammenhält. Was genau, das soll an dieser Stelle zwar noch nicht verraten werden, die Teams haben aber die Aufgabe, dieses Element in ihre Inszenierungen zu integrieren. Dabei können sie frei entscheiden, ob sie es nur punktuell einsetzen oder ihr gesamtes Stück darauf aufbauen. „Es ist eine künstlerische Einladung, die den Austausch zwischen den Produktionen fördern soll“, erklärt Theaterpädagogin Claudia Kirchhof, die gemeinsam mit Kerstin Lenhart die Leitung der Schultheatertage innehat.

Ein Herzstück der Schultheatertage ist die anschließende Reflexion. Theaterhaus-FSJler Jaron Burgau wird nach den Aufführungen die Feedback-Runden leiten, in denen sich die Gruppen untereinander austauschen und ihre Eindrücke teilen. Ein besonderes Highlight sind zudem die Laudationen, die live während der Aufführungen verfasst werden. Diese kurzen Reden entstehen unmittelbar aus dem Seherlebnis heraus und fassen den Kern der Stücke zusammen.

Von Dienstag bis Freitag finden die öffentlichen Aufführungen statt. Claudia Kirchhof betont: „Es ist immer toll, wenn die Plätze voll sind. Das ist etwas Besonderes für unsere schauspielenden Kinder und Jugendlichen. Meist kommen die Eltern und Großeltern zu den Inszenierungen, aber auch alle anderen Neugierigen sind herzlich eingeladen, die Aufführungen zu verfolgen.“

Ergänzt wird das Programm durch eine Ausstellung von Plakatentwürfen der Musik- und Kunstschule. So werden die Schultheatertage zu einem Gesamtkunstwerk, das zeigt, wie viel kreatives Potenzial in der Jenaer Schullandschaft wächst.

Jenaer Schultheatertage 2026: vom 24.03.-27.03.2026 im Theaterhaus Jena. Spielpläne und weitere Informationen sind zu finden unter www.theaterhaus-jena.de!

Dieser Artikel erschien in Ausgabe 177 im Stadtmagazin07.