Das Patentrezept für jeden müßigen Wintertag? Ein behagliches Plätzchen, eine warme Kanne Tee und natürlich: ein gutes Buch. Sollte es Ihnen dabei noch an geeignetem Lektürematerial mangeln, wir hätten da noch ein paar Leseempfehlungen – die wir gern mit Ihnen teilen.
Anekdotisch-Lehrreiches über zwei wichtige Lebensthemen: Alina Bronksys „Essen“ und Karen Köhlers „Spielen“
Schlafen, Lieben, Altern, Streiten, Arbeiten, Essen oder auch Wohnen sind Themen, zu denen eigentlich jeder eigenes beitragen kann – längst jedoch nicht jeder so, dass man sich davon abgeholt und mitgenommen fühlt. Für seine neue Lesereihe „Leben“ hat Hanser Berlin daher gezielt versierte Autoren darum gebeten, sich mit einem von zehn zentralen Lebensthemen zu befassen. Bestsellerautorin Alina Bronksy widmet sich im zweitjüngsten Band der beliebten Buchreihe dem Lebensthema schlechthin: dem Essen. Jeder könnte ein Buch über Essen schreiben, das genauso einzigartig wäre wie sein Fingerabdruck, behauptet Bronsky, und präsentiert uns eine sehr einnehmende Erzählung über ihre persönliche Beziehung zu 12 Gerichten, Getränken und Lebensmitteln, die zentral in ihrem Leben stehen – etwa Porridge, Schokolade, Butterbrot, Eintöpfe oder die Schokokuss-Torte. Und so trivial es zunächst anmuten mag, ist es einfach wunderbar, ihr dabei zu folgen. Denn es wird erkennbar, dass diese Speisen für die Autorin nicht einfach nur Nahrung, sondern ein Mittel der Fürsorge, Emanzipation oder auch der emotionalen Erpressung sind, das mal nach Heimat schmeckt, mal nach Liebe, Hemmungslosigkeit oder Askese. „Essen“ ist als Lektüre ein wahrhaftiger Leckerbissen und mit einem herrlichen Leseschmelz versehen.

„Das hier ist kein Sachbuch, sondern ein Machbuch, schließlich ist spielen ein Verb und wir können uns ihm nur nähern, indem wir ins Handeln kommen,“ schreibt Karen Köhler eingangs ihres ebenfalls in der Reihe „Leben“ erschienenen Buchs über das „Spielen“ – und lädt uns ein, sie bei einem unkonventionellen literarischen Experiment zu begleiten: Während sie über ihre eigene unbändige Lust am Spiel schreibt, über das Zocken, das unbedingte Gewinnenwollen, über die Bedeutung von Dopamin und Endorphinen, verwickelt sie uns in ein ganz eigenes (Lese)Spiel mit immer neuen Regeln. Und ohne es zu bemerken, ist man plötzlich in einem anderen Bewusstseinszustand und erkennt, wie spielerisch das Leben doch sein kann!

Alina Bronsky: „Essen“ – Hanser Berlin, 112 Seiten (geb.)
Karen Köhler: „Spielen“ – Hanser Berlin, 123 Seiten (geb.)








































































































































































































