Der Kunstverein Jena im Mai: Artist Talk, Klangreise und Frommannscher Skulpturen Garten

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Im Wonnemonat Mai eröffnet der Kunstverein gleich an drei schönen Orten Einblicke in unterschiedliche Formensprachen, Wirklichkeiten und Realitäten.

In der Galerie im Stadtspeicher kommen der Künstler Stefan Lenke und die Kuratorin Michaela Mai inmitten der Ausstellung „driften“ ins offene Gespräch. Stefan Lenke (*1976 in Jena, lebt und arbeitet in Dresden) verknüpft Fotografie, Zeichnung, Druckgrafik und Malerei auf besondere Weise. Während seine Fotografien Ausschnitte der sichtbaren Realität erkennen lassen, sind seine grafischen und malerischen Werke von Gegenstandslosigkeit geprägt: Sie erscheinen als rein abstrakte Kompositionen, die einerseits klare Ordnungen suggerieren, andererseits ein Verwirrspiel treiben. Mit seiner Ausstellung lädt Stefan Lenke dazu ein, selbst zu driften – wie in einem mäandernden Fluss aus Fragmenten von Momenten und Realitäten, in dem sich Vorstellungen und Bedeutungen in Sedimenten verdichten.

Einblick in die Ausstellung „driften“ des Künstlers Stefan Lenke.
Foto: Wolfgang Grau

Die Ausstellung ist noch bis zum 05. Juni 2026 in der Galerie im Stadtspeicher zu sehen.

Wasser — diesem alltäglichen Symbol des Lebens verdanken die Künstler ihre musikalischen Inspirationen, die sie in ihren Kompositionen zum Ausdruck bringen. Im Mittelpunkt des Konzerts in der Galerie im Stadtspeicher steht die Wasserstichorgel — ein musikalisches und instrumentales Novum, mit deren Hilfe die Künstler rhythmisch-harmonische Klangteppiche erzeugen. Im Zusammenspiel mit dem poetischen Saxophon von Gert Anklam erklingen, gespielt durch Beate Gatscha, andere seltene Instrumente wie das Schweizer Hang, die chinesische Mundorgel Sheng und das gläserne Aquarion. Liquid Soul lädt ein zu einer Klangreise jenseits von ausgetretenen musikalischen Pfaden und erschafft für das Publikum eine ganz eigene, faszinierende Klangwelt.

Mit der Ausstellung „lucide“ präsentiert der Frommannsche Skulpturen Garten 2026 bildhauerische Arbeiten der Künstlerin Cornelia Weihe. Der Titel verweist auf den durchlässigen, transparenten Charakter ihrer aus Stahl geformten Skulpturen. Durch offene Strukturen und eine reduzierte Formensprache beziehen die Arbeiten Licht, Luft und Vegetation bewusst in ihre Wirkung ein. In der spezifischen Situation des Gartens verändern sich die Skulpturen je nach Perspektive und Tageszeit und treten so in einen fortwährenden Dialog mit dem Ort.

Grafik: Jenaer Kunstverein e.V.

Die Ausstellung ist vom 29. Mai bis 16. Juli 2026 im Fromannschen Anwesen zu sehen und versteht den Garten dabei nicht allein als Präsentationsraum, sondern als integralen Bestandteil der künstlerischen Erfahrung und verwandelt ihn, im Zusammenspiel von Skulptur und Natur, in einen Ort eigener Beobachtungen und Wahrnehmung.

In Schillers Gartenhaus tritt die Künstlerin Anna Werkmeister ins Gespräch mit Nathalie Stenger, Boris Celeste Hoge-Benteler und Helmut Hühn. Sie gibt Einblicke in ihre langjährige Zusammenarbeit mit der im Jahr 2024 verstorbenen Schriftstellerin Elke Erb – ein Dialog zwischen Literatur und Bildender Kunst.

Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen sind zu finden unter www.jenaer-kunstverein.de!

Text: PM Kunstverein Jena e.V.