Wer in diesen Tagen den mehrfach durch Oscars preisgekrönten Spielfilm „Hemnet“ gesehen hat, weiß nun, womit William Shakespeare einstmals seine Frau für sich erobert hat: mit der Geschichte von Orpheus und Eurydike! Und wer diese Geschichte nun live und in Farbe, im sommerlichen musikalischen Wandelgang erleben will, dem sei das Theater Gera wärmstens empfohlen.
Text: Sylvia Obst
Die Gelegenheiten im Außenbereich rund um das Theater in Gera sind prächtig und das sogenannte Theater-Doppelhaus Gera-Altenburg verfügt ja schließlich auch über alle Sparten, die es an Theatern gibt, und die alle hierbei mitwirken. Das ist wohl einmalig und schwer imponierend. Generalintendant Kay Kuntze setzte sie ein für einen lang gehegten Wunsch seinerseits: die Inszenierung eines Sommerspektakels namens „Der Weg des Orpheus“. Im vergangenen Jahr war Premiere, bald erfährt es seine Wiederaufnahme. Kay Kuntze hat es gemeinsam mit der Autorin Sophie Jira auf die Beine gestellt.

Foto: Sylvia Obst
Apropos „auf die Beine“… Auf den Beinen ist das Publikum die ganze Zeit – im Gegensatz zum Sitzplatz im Theater. Durchweg auch hellauf begeistert und zwischendurch freudvoll applaudierend und jubelnd. Der Weg führt die etwa 200 Menschen jeglichen Alters vom Hofgut vorbei am Otto-Dix-Haus über die Elster-Brücke durch die Küchengarten-Allee und den Küchengarten bis hin zum Theater. Von der prachtvollen Hochzeit des Orpheus mit Eurydike sowie der danach folgenden Abberufung der Braut ins Totenreich. Doch wir wissen es alle: der Gesang des Orpheus war laut antiker Mythologie jener, der wilde Tiere zähmte und sogar Götter bewegen konnte, um seine Frau Eurydike aus der Unterwelt zurückzuholen. Das Publikum geht mit ihm diesen Weg. Über den Hades (hier: die Elster) und die Küchengartenallee, wo Bäume, Tiere und Steine lebendig werden. Wo dieser Orpheus (ganz stark, sowohl gesanglich als auch im Spiel: Kai Wefer) auf die Allegorie Wagemut (einfach nur wundervoll: Julia Gromball) trifft, deren Gesang mitsamt Aufritt alle Anwesenden mitreißt und die ihm Mut macht, in die Hölle einzutreten.
Dort, im blumengeschmückten Küchengarten, erleben die Zuschauer:innen perfekt arrangierte Szenen. Zum einen die der Hölle (inklusive Musik und Feuer à la Heavy Metal) in roten Metallgestellen sowie anschließend den „Reigen seliger Geister“ mit der herzzerreißenden Musik aus Glucks Oper „Orpheus und Eurydike“. Alles zum Dahinschmelzen, einschließlich der ins Wasser des Springbrunnens eintauchenden Titelgestalten Eurydike und Orpheus.

Foto: Sylvia Obst
Die Reise führt durch 400 Jahre Musikgeschichte; von den Anfängen der Oper bei Peri und Monteverdi über Gluck, Haydn, Offenbach bis hin zu Philip Glass und dem bereits erwähnten Heavy Metal. Da gebührt auch dem Philharmonischen Orchester Altenburg Gera ein großes Lob, wie allen anderen ebenso: Musiktheaterensemble, Schauspiel- und Puppentheaterensemble, Kinder- und Jugendballett, Philharmonischem Chor und Opernchor plus, last but not least, Thüringer Staatsballett. Wow! So etwas bekommt man nur sehr selten zu sehen. Schnell Karten bestellen, denn das muss man gesehen haben!
Die Termine 2026
Freitag, 26.Juni / Samstag, 27. Juni / Sonntag, 28. Juni / Dienstag, 30. Juni / Mittwoch, 01. Juli / Donnerstag, 02. Juli / Freitag, 03. Juli und Samstag, 04. Juli 2026 um jeweils 21 Uhr.
Der Weg des Orpheus: vom 26. Juni bis zum 4. Juli 2026, beginnend am Hofgut Gera. Tickets sowie weitere Informationen sind zu finden unter www.theater-altenburg-gera.de! Die Wanderung ist barrierefrei.













































































































































































































