Die Crossover-Pioniere H-Blockx kehren mit ihrem neuen Album „FILLIN_THE_BLANK“ zu ihren energetischen Wurzeln und dem Sound ihres Debüts „Time to Move“ aus dem Jahr 1994 zurück. Wir sprachen mit Sänger Henning Wehland über alte Zeiten, die neue Platte und die anstehende Tour, welche sowohl neue Songs als auch alte Klassiker auf die Bühne bringt.
Hallo Henning Wehland! Ich freue mich sehr, dass wir heute ein Gespräch über das neue Album und die kommende Tour der H-Blockx führen können. Schließlich war die Band ein Teil meiner Jugend. Wie oft bekommt ihr solche zeitlichen Einordnungen eigentlich zu hören?
Henning Wehland: Interessanterweise sehr, sehr häufig. Es ist aber das schönste Kompliment, das es gibt. Wir treffen auf Leute, die uns nach so langer Zeit auf die eine oder andere Art die Treue gehalten haben. Es freut mich enorm, wenn Menschen merken, dass die Band immer noch ein Teil von ihnen ist und die neuen Songs sie an etwas denken lassen, das tief in ihnen steckt.
Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie wir Mitte der 90er mit einem Kassettenrekorder in der Hand skaten gegangen sind und eure Musik dazu lief.
Wehland: Das sind doch die schönsten Geschichten. Wir haben das ganz genau so gemacht: uns eigene Rampen gebaut, sind Skateboard gefahren und hatten eine gute Zeit. Ich kann dieses Gefühl also komplett nachempfinden.
Habt ihr gemischte Gefühle, wenn oft auf die Zeit Mitte der 90er zurückgeblickt wird, obwohl ihr als Band – wenn auch mit Pausen – bis heute weitergemacht habt?
Wehland: Überhaupt nicht. Die Vergangenheit zu betrachten, hat ja schon fast etwas Romantisches. Und mit den H-Blockx musikalisch sozialisiert worden zu sein – da gibt es doch wirklich Schlimmeres (lacht).
Kommen wir einmal zum neuen Album. Man hört den Liedern an, dass die H-Blockx wieder zu ihren musikalischen Wurzeln zurückkehren. Die Songs sind sehr direkt und gehen nach vorne. War das eine bewusste Entscheidung, sich wieder auf den rohen Sound der Anfangstage zu konzentrieren?
Wehland: Das war ein Impuls von unserem Trommler und Produzenten Steddy. Er schlug vor, die technischen Limitierungen, die wir damals hatten, auf die neuen Songs zu übertragen. Wir sind dieser Idee konsequent gefolgt und haben – wie früher im Proberaum – mit sehr einfachen Mitteln Songs entwickelt. Dadurch ist viel Energie freigesetzt worden. Wir haben eigentlich die letzten 20 Jahre nach diesem Kern gesucht, den unser Debütalbum „Time to Move“ hatte – und nun hat es wieder funktioniert.

Foto: Danny Kötter @thezitterman
Warum ist der Kern zwischenzeitlich verloren gegangen?
Wehland: Als junger Mensch will man natürlich alles ausprobieren, egal, wie viele erfahrene Musiker einem raten, bei der Sache zu bleiben. Wir hatten das riesige Glück, unseren größten Erfolg gleich mit unserer ersten Platte zu landen. Aber genau das wurde auch zu unserer größten Herausforderung. Viele haben erwartet, dass das Erlebnis vom ersten Hören von „Time to Move“ immer wiederkehren muss. Letztendlich haben wir uns nach langer Zeit einfach getraut, wieder wir selbst zu sein.
Trotzdem ist die Zeit ja nicht stehen geblieben. Was könnt ihr denn heute besser als früher?
Wehland: Ich schaue nicht zurück, um mich darüber zu ärgern, was ich damals hätte besser machen können. Ich hatte ja die Erfahrungen noch nicht. Was wir definitiv immer noch haben, sind Feuer, Energie und Bock wie am ersten Tag. Aber wir können heute ohne Druck arbeiten, haben einen regen Austausch mit unserer Plattenfirma und treffen Entscheidungen nur, wenn wir alle zu 100 % dahinterstehen. Das machen wir heute viel besser als damals.
Was können wir bei eurer Show erwarten? Welche Songs holt ihr aus der Schublade?
Wehland: Ein Teil der neuen Songs wird dabei sein, aber auch die alten Hits werden natürlich nicht fehlen. Wir wollen diese spezielle Verbindung zwischen Publikum und Bühne schaffen. Wie bei einem Gespräch mit einem Freund, den man in- und auswendig kennt: Man geht danach nach Hause und spürt diese besondere Verbundenheit.
Also braucht es für Euch gar keine aufwendige Licht- und Bühnenshow?
Wehland: Na ja, ganz so einfach ist es auch nicht. Wir machen uns schon viele Gedanken – über die Reihenfolge der Songs, über die Ansagen und sogar über unsere Kleidung. Ein echter Gamechanger war für uns die Entscheidung, einen einheitlichen Look auf der Bühne zu tragen. Ein einfaches Mittel, aber mit großer Wirkung. Das sieht gut aus!
Das schauen wir uns im Kassablanca Jena an! Vielen Dank für das Gespräch!
Wehland: Danke für euer Interesse! Wir sehen uns im März!
Interview: Michael Stocker
H-Blockx: am 13. März 2026 um 20 Uhr im Kassablanca Jena. Weitere Informationen sind zu finden unter www.kassablanca.de oder unter www.h-blockx.com!
Dieses Interview erschien in Ausgabe 177 im Stadtmagazin07.












































































































































































































