Der Kunstverein Jena im April: Buchvorstellung und Ausstellung im Themenjahr „Realität/en“

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Der April steht im Kunstverein Jena ganz im Zeichen einer Buchvorstellung: Dirk von Petersdorff, Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Jena, stellt am 16.04.2026 sein Buch „Wir Kinder der Leichtigkeit. Unsere Geschichte seit den Siebzigern“ in einem Gespräch mit der Moderatorin Romina Nikolić vor. Zudem ist die Ausstellung „driften“ des Künstlers Stefan Lenke bis Anfang Juni zu sehen.

Mit dem Ende der Siebzigerjahre begannen die großen Weltdeutungen zu bröckeln. Der Marxismus, die Erzählung vom Fortschritt durch Naturbeherrschung und andere Fortschrittsideen lösten sich langsam, aber sicher auf. Befreit von derart schweren Überzeugungen entstand ein Gefühl der Leichtigkeit und Freiheit, das alles durchdrang. Dirk von Petersdorff erzählt in seinem Buch „Wir Kinder der Leichtigkeit. Unsere Geschichte seit den Siebzigern“ auf zauberhaft anschauliche Weise von diesem Lebensgefühl – und fragt sich, was daraus in der Gegenwart geworden ist.

Zur Buchpräsentation wird Dirk von Petersdorff Auszüge aus dem jüngst erschienenen Buch lesen und ins Gespräch treten mit der Autorin Romina Nikolic, die den Abend moderieren wird.

Zu den Personen

Prof. Dr. Dirk von Petersdorff.
Foto: Anne Günther/FSU Jena

Dirk von Petersdorff ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Jena und einer der besten Kenner der deutschsprachigen Lyrik. Zudem ist er Schriftsteller und Lyriker und wurde unter anderem mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor der „Geschichte der deutschen Lyrik“ in C.H.Beck Wissen und Herausgeber des C.H.Beck’schen Gedichtekalenders.

Romina Nikolić studierte Literaturwissenschaft und Philosophie. Neben ihrer eigenen schriftstellerischen Tätigkeit, organisiert sie seit 2009 Lesereihen und diverse literarische Projekte. Sie ist zweifache Preisträgerin beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen. 2012 erhielt das Walter-Dexel-Stipendium der Stadt Jena. 2024 wurde ihr in Weimar der Förderpreis der Deutschen Schillerstiftung von 1859 verliehen.

Romina Nikolić.
Foto: Yves Noir

Die Einzelausstellung „driften“ von Stefan Lenke markiert den Beginn des Themenjahres „Realität/en“ und feierte im März ihre Eröffnung. Stefan Lenke verknüpft in seiner künstlerischen Arbeit Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Fotografie auf besondere Weise. Während seine Fotografien Ausschnitte der sichtbaren Realität erkennen lassen, sind seine grafischen und malerischen Werke von Gegenstandslosigkeit geprägt: Sie erscheinen als rein abstrakte Kompositionen, die einerseits klare Ordnungen suggerieren, andererseits ein Verwirrspiel treiben.

Ein Blick in die Ausstellung „driften“ des Künsters Stefan Lenke.
Foto: Wolfgang Grau

Im Gegensatz zu einer klassischen Gliederung des Bildraumes in Vorder-, Mittel- und Hintergrund arbeitet Stefan Lenke in seinen Gemälden und Grafiken vielmehr mit Simultaneitäten, die sich aus Überlagerungen und Schichtungen ergeben, ohne dass eines das andere vollständig verdeckt. Aus einer vermeintlich monochromen Fläche können so durch feine Linien und sichtbare Spuren des malerischen Prozesses (Bild-)Räume entstehen.

Zur Person

Stefan Lenke (*1976 in Jena) lebt und arbeitet in Dresden. Dort studierte er von 2001 bis 2006 Malerei und Grafik an der HfBK, bevor er von 2006 bis 2008 als Meisterschüler bei Prof. Ingo Meller an der HGB Leipzig war. Neben seiner freischaffenden Tätigkeit ist er seit 2023 als Lehrender in der Malereiklasse Prof. Anne Neukamp an der HfBK Dresden und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Architektur der TU Dresden beschäftigt.

Wir Kinder der Leichtigkeit. Unsere Geschichte seit den Siebzigern“: Buchvorstellung mit Prof. Dr. Dirk von Petersdorff und Romina Nikolić am 16. April 2026 um 19 Uhr in der Galerie im Stadtspeicher, Markt 16. Der Eintritt ist frei!

„driften“: Ausstellung von Stefan Lenke noch bis 05. Juni 2026 in der Galerie im Stadtspeicher, Markt 16.

Weitere Informationen sind zu finden unter www.jenaer-kunstverein.de!

Text: PM Jenaer Kunstverein
Teaserfoto: Stefan Lenke